Projekte

Rajasthan

Projektbeschreibung:

(Link: http://www.kulturstiftung-des-bundes.de/cms/de/projekte/musik_und_klang/rajasthan.html)

I EXIST. Nach Rajasthan
Musikperformance von Marc Sinan Company & den Dresdner Sinfonikern

Der Gitarrist Marc Sinan hat in den letzten Jahren mehrere multimediale Produktionen zu aktuellen politischen Themen entwickelt und komponiert. In seiner preisgekrönten Produktion „Dede Korkut“, für die er sich auf eine musikethnologische Spurensuche nach Zentralasien begab, greift er einen der bedeutendsten Stoffe der türkischen Literaturgeschichte auf und schlägt den Bogen zur aktuellen Problematik von Hass und Ausgrenzung. Für sein neues Projekt unternahm er eine musikalische Recherche in den Bundesstaat Rajasthan im Nordwesten Indiens. Die Region gilt als Ursprungsort des Volkes der Sinti und Roma. Begleitet wurde er u.a. von den bildenden Künstlern Delaine & Damien Le Bas, die das Bühnenbild entworfen haben, sowie der tschechischen Sängerin, Schauspielerin und Geigerin Iva Bittová. In der Komposition und Musikperformance "I EXIST – nach Rajasthan" verarbeitet Marc Sinan, gemeinsam mit Musiker/innen, Künstler/innen und Ensembles aus Europa und Indien, diese Reise zu den mythischen Ursprüngen eines Volkes. Die Begegnung mit einem vermeintlichen Ursprung, bedeutet für die Avantgarde-Musikerin Iva Bittova und das Künstler-Duo Damian & Delaine Le Bas auch eine Bewegung zurück zu einem Teil ihrer Herkunft. Die Produktion verbindet Musik, Tanz und Theater, Bildende Kunst und Videokunst sowie traditionelle indische Volksmusik mit zeitgenössischen musikalischen Einflüssen. Aufgeführt wird die Musikperformance von der Marc Sinan Company gemeinsam mit den Dresdner Sinfonikern und weiteren Künstler/innen. Die Dresdner Sinfoniker, mit denen der Komponist in der Vergangenheit bereits erfolgreich zusammengearbeitet hat, gehören zu den führenden Sinfonieorchestern für zeitgenössische Musik.

Künstlerische Leitung, Komposition & Gitarre: Marc Sinan
Violine, Stimme & Performance: Iva Bittová (CZ)
Sänger und Musiker: Raju Bhopa, Dayam Khan, Papamir
Bühnenbild & Videoinstallation: Damian & Delaine Le Bas (GB)
Marc Sinan Company Berlin & Gäste aus Indien
Orchester: Dresdner Sinfoniker & No Borders Orchestra (RS)
Dirigent: Premil Petrović (RS)
Produzent: Markus Rindt

Eine Gemeinschaftsproduktion von YMUSIC in Partnerschaft mit Dresdner Sinfonikern, Ethnologisches Museum in den Staatlichen Museen zu Berlin, HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste, Dresden, NO Borders Orchestra e.V. (RS), Pécs 2010 e.V. (HU), RADIALSYSTEM V, Berlin, whiteBOX, München und Rajeev Goenka Music Academy Dundlod (IN).

Wir vom SEE.ID haben uns gefreut bei der Konzeption und den Vorbereitungen mitgewirkt zu haben! Unsere Erfolge: Unterstützung beim Fundraising und der Beantragung der Schirmherrschaft über die deutsche UNECSO. Ausgesprochene Unterstützung vonseiten der Universität in Texas - Ian Hancock und der Universität in Graz - Karl Kaser. Beiden sind wir zu großem Dank verpflichtet!

Für die Unterstützung bei der Erstellung des Konzepts danken wir insbesondere unserer freien Mitarbeiterin Esther Schidem.


Sinti & Roma Musikperformance-Projekt

Seit März 2015 arbeitet ein kleines Team rund um SEE.ID in Kooperation mit YMUSIC / Marc Sinan Company, am Konzept des Musikperformance-Projekts "RAJASTHAN" (Arbeitstitel) mit kulturellem und wissenschaftlichem Rahmenprogramm. Ziel ist es, die Stellung von Sinti & Roma in Europa zu reflektieren und Anerkennungs- und Zugehörigkeitsprozesse zu diskutieren. Ende September wurde der Projektantrag bei der EU im Programmbereich Creative Europe eingereicht. In den folgenden Wochen erfolgt eine hoffentlich erfolgreiche Drittmittelakquise. Wir werden in Kürze über den Stand der Dinge informieren, vorab der Rajasthanfolder.


Wissenschaftliches Projekt "Uses of the Past"

Im Oktober 2015 geht das EU-Projekt "Hera – Uses of the Past", das gemeinsam von WissenschaftlerInnen in Island, Portugal und Österreich konzipiert wurde, in die zweite Antragsrunde. Das SEE.ID-Team wird mit seinen vielfältigen Erfahrungen des Arbeiten an der Schnittstelle von Wissenschaft und Kultur, beitragen – in Form von kreativen, audiovisuellen Formen – Dokumentarfilm verbunden mit Workshops und Diskussionsrunden. Wir werden bei der Verwendung ethnographischen Materials zur Produktion eines Dokumentarfilms mit partizipatorischen Elementen Hilfestellungen geben.


Partizipatorischer Film "Transmigrants Stories"

Wir arbeiten aktuell an dem ethnographisch-partizipatorischen Dokumentarfilm "Transmigrants Stories" über Utopien, Geschlechterrollen und postsowjetische Praktiken von Menschen aus Georgien. Initiiert wird das Projekt von Aleksandra Vedernjak-Barsegiani in Kooperation mit FilmerInnen, Kulturschaffenden und WissenschaftlerInnen aus Tbilisi, Wien und Berlin.

Die Recherche basiert auf der zweijährigen multi-lokalen ethnographischen Feldforschung (2010-2012) von Aleksandra zu transnationalen Räumen, Handlungsstrategien und Mobilität in Georgien und in Österreich im Rahmen ihres Dissertationsprojektes. In ihrem 2015 im Journal movements erschienenen Artikel Zwischen Subversion und Inkorporation. Unsichtbare Handlungsstrategien georgischer Transmigrant_innen veranschaulicht sie eindrucksvoll die kreativen, aufbegehrenden und doch wenig beachteten Praktiken im Alltag von Menschen aus Georgien. Mehr über ihr Projekt findet ihr auf der Website des Gender Initiativkollegs der Universität Wien. Betreut wird das Projekt von der Sozialanthropologin Sabine Strasser (Universität Bern).


DOKUMENTARFILM "Kein Land unserer Zeit?"

Ein Film über das Phänomen der Jugonostalgija

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Menschen erzählen in Berlin, Ljubljana, Zagreb, Sarajewo und Belgrad von ihrem Land, das es nicht mehr gibt: Jugoslawien. „Wie geht man mit der Erinnerung an etwas um, das nicht mehr existiert?“ fragt sich eine junge Frau mit ehemals jugoslawischer, heute serbischer Staatsbürgerschaft, und macht sich von der Diaspora in Berlin auf die Reise mit ihrem nostalgischen Koffer. Unterwegs trifft sie Persönlichkeiten  wie Svetlana Broz (Titos Enkelin), Nenad Puhovski (Produzent), zufällige Bekanntschaften und WissenschaftlerInnen, die alle etwas in den Koffer packen:

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ein Relikt aus Jugoslawien, eine nostalgische Erinnerung oder Gedanken an die Vergangenheit, niedergeschrieben auf einem Stück Papier. Der Koffer steht als Symbol für ihre Stimmen: die Sehnsucht nach Reisen ohne Grenzen, erlebten Gemeinsamkeiten wie der YU-Rock-szene, bis hin zu gemeinschaftlichen Werten wie Solidarität und Brüderlichkeit/Schwesternschaft („bratstvo i jedinstvo“). Einige berichten sehr zufrieden über ihr Leben nach der Transformation, und lehnen die Nostalgie ab. Andere sind kritisch mit nationalistischen Entwicklungen oder vermissen ihre schöne Kindheit. Ein Balkan-Akkordeonspieler begleitet musikalisch auf die Reise in post-jugoslawische Erinnerungswelten – die mehr ist: nämlich der Hunger nach Utopie. Ein Dokumentarfilm über post-jugoslawische Erinnerungen.

Von Aleksandra Vedernjak, Josefin Bajer, Daniela Mehler
Schnitt: Branka Pavlović
2010, 94 min
Bosnisch/Kroatisch/Serbisch, Slowenisch, Englisch, Deutsch
Untertitel: Englisch, Deutsch
Filmblog in English: http://seeindialogue.wordpress.com/

DVD-Bestellungen: E-Mail an office@see-id.org