News & Events

Neuerscheinung!

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Danielas Doktorarbeit ist nun auch im Buchhandel erhältlich! In ihrem Buch beleuchtet Daniela den Normwandel und die Deutungskämpfe im Umgang mit Kriegsverbrechen in Serbien 1991-2012. Serbien ist ein regelrechtes Laboratorium der Vergangenheitsaufarbeitung, u.a. wurde mit dem ICTY erstmals ein internationales Tribunal während eines Konflikts etabliert, die Aufarbeitung von Kriegsverbrechen zur Bedingung von Finanzhilfen und Fortschritten bei der Annäherung an die EU. Daniela fokussiert darauf, wie vor diesem Hintergrund die innenpolitischen Debatten geführt wurden, welche Effekte die von außen erzwungene Politik hat und wie Ambivalenzen und Wandel auf dem Politikfeld erklären werden können. Dabei rekonstruiert sie nicht nur die Debatten und Kontexte gründlich und vielschichtig. Insbesondere nimmt sie die pluralen Deutungen von Vergangenheitsaufarbeitung in den Blick und verdeutlicht, dass die nationale Implementierung globaler Normen vor dem Hintergrund innenpolitischer Konflikte und Konkurrenzen verstanden werden muss. Sie zeigt, wie und unter welchen Bedingungen sich Deutungen wandeln: Wie Vergangenheitsaufarbeitung zunächst Kriegspropaganda, später antinationales Projekt, außenpolitische Währung ist, bis Politiker mit universalistischer Rhetorik ›Erste‹ sein wollen im Aufarbeiten. Mehr Informationen auf der Verlagsseite bei transcript.


Kinotalk zum Tag des Flüchtlings

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Am 2. Oktober, dem Tag des Flüchtlings im Rahmen der Interkulturellen Woche, war Daniela als Expertin beim KinoTalk zum Film "Circles – Krugovi" im Eschborn K in Kooperation mit dem Interkulturellen Netz Eschborn eingeladen. Daniela sprach über das Zusammenleben nach den Kriegen in den jugoslawischen Nachfolgestaaten, gab Schlaglichter auf die Aufarbeitung der Kriegsvergangenheit in den jeweiligen Ländern und vor allem auf die aktuellen politischen und wirtschaftlichen Situation.

Srdan Golubović's Film "Circles – Krugovi" beginnt 1993 in Trebinje, einer Stadt in der Herzegowina, während des Bosnienkriegs. Ein serbischer Soldat greift ein, als seine betrunkenen Kameraden einen muslimischen Bekannten attackieren. Zwölf Jahre später ist der Krieg vorbei, doch dieses Ereignis hat das Leben aller Beteiligter verändert und tiefe Spuren hinterlassen. Die serbisch-kroatisch-slowenische Koproduktion ist ein Plädoyer gegen das Vergessen, über Zivilcourage, Schuld und Vergebung.

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Nach dem Film diskutierten die Zuschauerinnen und Zuschauer noch lange mit Daniela. Vielen Dank an Frau Dörner-Lichterbeck für die Einladung und an die engagierten Ehrenamtlichen des Eschborn K und des Interkulturellen Netzwerks!

Fotos: Otmar Schnee


Utopien der Migration

Im Juni 2015 organisierten wir an der Universität Wien und im C3 Centrum für Internationale Entwicklung die zweitägige Veranstaltung "Dys/Utopische Räume". Mit einem breiten Publikum, gekommen waren Studierende, SozialarbeiterInnen, WissenschaftlerInnen und AktivistInnen, diskutierten wir Fragen der Utopie der Migration, des Transmigrierens und Durchqueerens hegemonialer Räume. Mit Maria do Mar Castro Varela, Politikwissenschaftlerin aus Berlin und Gergana Mineva, Perspektiven einer Selbstorganisation von Migrant_innen (maiz, Linz).

Programm zu Utopien der Migration gemeinsam mit Gender Initiativkolleg und [KriMi].


Neue Wege

Josefina Bajer, Vorstandsvorsitzende des Vereins, hat sich weiterbilden lassen, um den Verein mit neuem Know-how auszustatten.

Als zertifizierte EU-Fundraiserin möchte sie den Verein und seine zukünftige Arbeit auf die internationale Projektarbeit mit europäischen PartnerInnen vorbereiten. Hierzu hat Sie den Code of Ethics bei Prove unterzeichnet und neue Kontakte zu potenziellen PartnerInnen geknüpft.

Wir freuen uns auf Zukünftiges und stehen Kooperationsanfragen von möglichen PartnerInnen aus der Kultur- und Zivilgesellschaft zur Verfügung.


Nachbarschaftsfilmabend in Wien

FILMVORFÜHRUNG IN DER OASE 22

IMAG1364In Wien fand am Freitag, 13. März 2015 um 19:00 in der Oase 22 (im Festsaal der Wohnanlage Adelheid-Popp-Gasse 5, 1220 Wien) mit tatkräftiger Unterstützung des Caritas Wien Teams Magdalena Hubauer und Lukas Botzenhart eine Filmvorführung von "Kein Land unserer Zeit?" statt.

NachbarInnen und Interessierte aus der Donaustadt und aus anderen Wiener Bezirken kamen zusammen, um den Dokumentarfilm über das Phänomen der Jugonostalgija gemeinsam anzuschauen. Wer war nicht schon einmal in Kroatien auf Urlaub, in Belgrad auf Citytrip oder kennt jemanden aus Bosnien... und hat sich über das entspannte Verhältnis von Jung und Alt mit der Vergangenheit gewundert? Genauer gesagt, mit der Zeit Tito-Jugoslawiens und dem populären Yugo-Rock, Erinnerungen an Vegeta, an erstklassigen Kaffee und Ferien am Meer...
Der Film bot eine tiefgehende Beschäftigung mit Erzählungen und Erinnerungen von Menschen aus Belgrad, Sarajewo, Zagreb und Ljubljana an Jugoslawien. Im Anschluss gab es bei Wein und Knabbereien eine angeregte Frage- und Gesprächsrunde mit der SEE.ID- Filmemacherin & Oase-Bewohnerin Aleksandra Vedernjak-Barsegiani.


Verflochtene Erinnerung

Zwei Literaturtipps als Hinweise in eigener Sache:
Daniela Mehler hat 2014 mit Gregor Feindt, Félix Krawatzek, Friedemann Pestel und Rieke Trimçev im Journal "History&Theory" einen theoretisch-methodischen Artikel zur Erinnerungsforschung und dem Desiderat einer Weiterentwicklung veröffentlicht: "Entangled Memory: Toward a third wave in memory studies".

Auf Deutsch erschien kurz darauf der von den fünf herausgegebene, konzeptionelle Sammelband "Europäische Erinnerung als verflochtene Erinnerung. Vielstimmige und vielschichtige Vergangenheitsdeutungen jenseits der Nation", in der Daniela Mehler auch eine Fallstudie über die konfliktive Erinnerung an das Massaker von Srebrenica verfasste.


Vorführung in Kärnten/Koroška

Vorführung1Endlich wurde "Kein Land unserer Zeit?" auch in Kärnten/Koroška, dem Geburtsort einer der Filmemacherinnen, gezeigt! Am 15. Oktober 2013 platzte der Hörsaal Drei an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt aus allen Nähten, als 90 Studierende und Interessierte gespannt auf den Film warteten. Zur guten Stimmung trugen Popcorn und Gratisgetränke der ÖH Klagenfurt bei und natürlich das Organisationsteam von mk-arte rund um Andreas Hudelist, der auf Deutsch und B/H/S (!) moderierte. Besonders geehrt fühlte sich SEE.ID durch die eingangs vorgetragene stimmige Filmrezension der Belgraderin Jasmina Deljanin-Hudelist, die als Kind nach Deutschland flüchtete, später in Kroatien studierte und heute in Kärnten/Koroška lebt und forscht.

Nach der Vorführung Vorführung3stellte das Publikum Fragen an Aleksandra Vedernjak als Filmemacherin des SEE.ID-Filmkollektivs und Absolventin der Uni Klagenfurt. Zur angeregten Diskussion trugen persönliche Geschichten und auch solche des politischen Engagements von Menschen aus der Kärntner slowenischen Minderheit und aus dem ehemaligen Jugoslawien bei. Bemerkbar war eine große Verwunderung einiger ZuschauerInnen über die überwiegend positiven Erinnerungen der Interviewten an das ehemalige Jugoslawien. Gemeinsam mit im Publikum anwesenden HistorikerInnen und ZeitzeugInnen versuchten wir das Phänomen der Jugonostalgie anhand von Beispielen aus persönlichen Erfahrungsberichten und historischen Fakten zu erklären.

Erinnerungsstücke aus dem Film wurden im Vorfeld in einer Ausstellung am Institut für Medienkommunikation (Juni-Oktober 2013) gezeigt. Ein Exponat war die Fahne Jugoslawiens, die um den Koffer drapiert war. Die Ausstellung schaffte es in Österreich größtes Boulevardblatt Die Krone, in dem ein aufmerksamer Beobachter sich über "das Hängen" einer jugoslawischen Fahne an der Uni Klagenfurt empörte.

Vielen Dank an Julia Starke, mk-arte, für die Bereitstellung der Fotos.


Ausstellung jugonostalgischer Erinnerungsstücke

Schon lange beschäftigte uns die Idee, die wunderbaren Dinge, die die Interviewten auf unserer Drehreise in den jugonostalgischen Koffer legten, auszustellen. Kaum ein Screening, bei dem wir nicht darauf angesprochen wurden, was aus den Erinnerungsstücken geworden ist. Einige wenige Dinge, deren ideeller Wert für die Personen unschätzbar war, kehrten zu ihren BesitzerInnen zurück. Die anderen lagen im Koffer in Berlin und warteten auf ihre Chance.

Und die bekamen sie! Der Koffer reiste den weiten Weg nach Klagenfurt, vertrauensvoll von Hand zu Hand: Von Josefin in Berlin zu Monika Homschak, die mit ihm im Zug nach Klagenfurt fuhr, zu Aleksandras Mutter Andrea, die ihn an Caroline Elisabeth Roth-Ebner weiter gab. Die Assistenzprofessorin ist gemeinsam mit Nicole Duller, Andreas Hudelist, Isabella Katzjäger, Eve Schiefer und Julia Starke Teil der Kunstinitiative "mk-ARTE" des Instituts für Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt.

Im Ausstellungsraum "Reflektorium" der Universität werden die Exponate vom 10. Juni bis zum 15. Oktober 2013 ausgestellt. Sie sollen neugierig machen auf die Kunstinitiative, auf den Film und seine Protagonisten. Wir freuen uns sehr, endlich ein würdiger Rahmen für den Inhalt des jugonostalgischen Koffers! [Bild: Birgit Writze]

Die Kunstinitiative und das Programm finden sich hier. Auch die Uni-Zeitschrift unisono berichtete. Am Dienstag, den 15. Oktober 2013, wurde der Film "Kein Land unserer Zeit?"  um 18 Uhr in Hörsaal 3 der Universität Klagenfurt in Anwesenheit der Filmemacherin Aleksandra Vedernjak-Barsegiani gezeigt.

 


Frösche im heißen Wasser

Das Theaterprojekt „Frösche im heißen Wasser / Žabe u vreloj vodi“, das das Leben in Belgrad und Berlin zur Zeit der NATO-Bombardierung 1999 kontrastiert, hat innerhalb der serbischen und deutschen Presse großen Anklang gefunden! Ein Beitrag für das Publikum in beiden Ländern erschien in der Diaspora-Tageszeitung Vesti auf serbisch unter dem Titel „Kako smo preživeli žurke i bombe / Wie wir die Parties und Bomben überlebten“. Josefina Bajer von SEE.ID begleitete das Projekt als Beraterin mit Rat und Tat. Für die Zukunft plant sie auch eine Podiumsdiskussion zum Thema der NATO-Bombardements. Hierzu wurde auch schon der Kontakt zu potenziellen Diskutanten hergestellt. Unter ihnen ist der Blogger Lothar Struck, der in diesem Jahr mit dem neuen Buch „Der mit seinem Jugoslawien“ über Peter Handkes Positionen zum zerfallenen Land brillierte.


Meinungen auf Facebook und in der Vesti

Wir von SEE.ID freuen uns auch weiterhin über das rege Interesse an unserem Film „Kein Land unserer Zeit?“. So ist uns vor Kurzem eine Diskussion ins Auge gefallen, die im sozialen Netzwerk Facebook über den Dokumentarfilm geführt wird. In ihr reagierten BürgerInnen des ehemaligen Jugoslawien leidenschaftlich auf einen Artikel in der Diasporazeitung Vesti. Der allgemeiner Konsens: Der Film über das Phänomen der Jugonostalgie findet großen Anklang, das Thema wird als wichtig erachtet und Nationalismus in seiner radikalen Ausprägung geächtet. Den Link zur Diskussion bei Facebook findest du hier, den angesprochenen Artikel von Biljana Bozin in der Vesti hier.


Deutsch-serbische Theaterproduktion

Wir möchten auf eine spannende Produktion der spreeagenten Berlin aufmerksam machen:
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Belgrad/ Berlin 1999 und 2012 (Uraufführung im Rahmen des 46. Bitef Festivals, Belgrad)

FRÖSCHE IM HEISSEN WASSER erzählt von jungen Menschen in Berlin und Belgrad im Jahre 1999, dem letzten Jahr des vergangenen Jahrtausends. Unmittelbare Spielsituation ist die Nacht, in der sich in jeder der beiden Städte eine Gruppe von Freunden trifft. Gespielt wird in deutscher, serbischer und englischer Sprache, mit acht Schauspielern und einem Regieteam aus Deutschland und Serbien, musikalisch begleitet von jeweils einem lokalen DJ. In Berlin ist FRÖSCHE IM HEISSEN WASSER an folgenden Terminen zu sehen:

Premiere: 19. Oktober 2012, 20 Uhr
weitere Aufführungen: 20., 21., 24., 25., 26. Oktober 2012, jeweils 20 Uhr
Diskussionsrunde in Anwesenheit von Ensemble und Leitungsteam: 24. Oktober 2012 in Anschluss an die Vorstellung
Ort: horst krzbrg, Tempelhofer Ufer 1, 10961 Berlin

Karten können telefonisch 030 440 39 168 oder per E-Mail an karten(at)ballhausost.de bestellt werden. Weitere Informationen zum Stück und zum Projekt findet Ihr bei den spreeagenten.


Balkan Filmtage in Leipzig!

Für alle Kurzentschlossenen:

„Kein Land unserer Zeit“ ist wieder auf einem Festival zu sehen! Wir zeigen den Film mit anschließendem Filmgespräch mit Josefina Bajer im Rahmen der Bioskop Balkanale (West) der Cinémathèque Leipzig.

Wann: am Donnerstag, 27.09.2012, 19:30 Uhr

Wo: in der naTo Leipzig (Karl-Liebknecht-Str. 48)

Weitere Informationen zur Filmvorführung und zum Festival findet Ihr hier.